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Curcuma bzw. Kurkuma – Was ist das für eine Pflanze?

In Bau- und Gartenmärkten wird gelegentlich eine recht hübsche Zimmerpflanze mit weißen oder rötlichen Blüten angeboten, die sich Gelbwurz nennt. Es ist (meistens) tatsächlich die echte Kurkuma-Pflanze (Curcuma longa), aus der auch Curkuma-Pulver mit dem zur Zeit sehr beliebten Curcumin gewonnen wird.

Kurkuma, Kurkume oder Curcuma

Kurkuma, Kurkume oder Curcuma

Die Blüte ist allerdings keine Blüte, sondern ein Blütenstand. Der kann 15 bis 20 cm hoch werden. Die weißen oder rötlichen Blätter, die auf den ersten Blick wie die Blüte aussehen, sind Tragblätter, hinter denen sich die einzelnen Blüten verbergen. Die eigentlichen Blüten der Curcuma sind nur ca. 1 cm groß, haben rötliche oder bläuliche Kronblätter und stehen verborgen hinter den Tragblättern.  Bei den Kurkuma-Pflanzen, die als Zierpflanzen gehandelt werden, sind diese Tragblätter besonders groß. Das Schicksal, dass eine ehemalige Gewürz- und Heilpflanze heutzutage fast nur noch als Zierpflanze bekannt ist, teilt Curcuma mit der nahe verwandten Alpinia (http://de.wikipedia.org/wiki/Alpinia), die mit dem Thai-Ingwer und dem Galgant zwei alte Heilmittel stellt. Auch hier zeigen die Zierformen besonders große und auffallende Blüten (bzw. Blütenstände), enthalten aber kaum noch Wirkstoffe.

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Der Blütenstand mit den Blüten von Curcuma longa

Der Blick unter die Erde verrät die nahe botanische Verwandschaft der Curcuma mit zwei weiteren alten Bekannten: dem Ingwer und dem Kardamom. Allen ist gemeinsam, dass sie sich sehr wirksam vegetativ durch ihre Rhizome verbreiten, und in diesen Rhizomen ätherische Öle und Scharfstoffe speichern, um sie (in der freien Natur) vor Fraß durch Insekten und andere Tiere  zu schützen. Richtig angewendet, können diese chemischen Verbindungen für uns Menschen jedoch sehr nützlich sein: Als Farbstoffe und Aromen in der Küche, und als natürliche Heilmittel.

Curcuma: Wurzeln und Rhizome

Curcuma: Wurzeln und Rhizome

Selbst bei der Topfplanze ist gut zu sehen, dass es unter der Erde nicht nur Wurzeln, sondern auch die erdig-rötlichen Rhizome gibt. Und es gibt einige Rhizome zu sehen, die die vegetative Vermehrung der Kurkuma durch  Rhizome gut zeigen.

Wurzeln und Rhizome der Kurkume

Wurzeln und Rhizome der Kurkume

Kurkuma aus dem Baumarkt - jetzt mache ich meine Curcuma-Kapseln selber!

Die Rhizome der Kurkuma dienen der vegetativen Vermehrung

Kurkuma aus dem Baumarkt – jetzt mache ich meine Curcuma-Kapseln selber!
Besser nicht. Die Kurkuma-Wurzel von Curcuma longa-Pflanzen, die zur Gewinnung von Curcumin angebaut werden, haben Rhizome, die etwas anders aussehen als die von den Zierpflanzen aus dem Baumarkt (http://de.wikipedia.org/wiki/Kurkuma; Bild bei Wikipedia). Sie sind nicht rundlich, sondern haben große Ähnlichkeit mit Ingwer-Rhizomen, die man als Ingwer oder Ingwerwurzel in der Gemüseabteilung kaufen kann. Mit dem Unterschied, dass das biologisch und kulinarisch wirksame Kurkuma-Rhizom eine intensive rote Farbe und einen „harzig-brennenden Geschmack“ hat.

Querschnitt einer Rhizom-Knolle der Kurkuma

Querschnitt Rhizom-Knolle der Kurkuma

Bei unserem Baumarkt-Curcuma war eine Rhizomknolle dabei, die im Querschnitt eine leichte Rosafärbung zeigte. Die anderen waren schneeweiss. Der Geschmack: wie Toast vom Aldi. Die reinigende und energiespendende Wirkung, die die ayurvedische Heiltradition diesem als „heiss“ klassifizierten Gewürz zuordnet, gibt es nicht bei Obi und Konsorten.
Fazit: Kurkuma ist auf dem Weg, auch als Zierpflanze seinen Weg zu gehen. Sie sind pflegeleicht und dekorativ. Es ist ferner sehr interessant, sich die Gelbwurz-Pflanzen auch unter der Erde näher anzusehen. Aber wie schon die botanische Verwandte Alpinia: Die Schönheit geht auf Kosten der inneren Werte.

Biologisch wirksame  Curcuma-Produkte gibt es bei Amazon (als Curcuma– und BIO-Curcuma-Kapseln) und im ngs-online-shop.EU (als Curcuma– und BIO-Curcuma-Kapseln).

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Curcuma und seine möglichen heilsamen Wirkungen

Eine echte Bestellwelle bei Curcuma- und Bio-Curcuma-Kapseln hat uns in den letzten Tagen förmlich überrollt. Die Ursache ist ein Fernseh-Beitrag, den das bayerische Fernsehen am 25. 3. 2013 ausgestrahlt hat. Der Link zum Beitrag ist hier:

http://www.br.de/fernsehen/bayerisches-fernsehen/sendungen/gesundheit/themenuebersicht/ernaehrung/curcuma-curcurmin-curry-kurkuma100.html

Starke Aussagen zur Heilwirkung von Curcuma-Extrakten, speziell in der Kombination mit Piperin, welches die Bioverfügbarkeit von Curcumin deutlich erhöht.

Wir haben natürlich Curcuma-Kapseln und BIO-Curcuma-Kapseln im Angebot. Beide enthalten Curcumin plus Piperin.

Was ist eigentlich Hydroxypropylmethylcellulose?

Spätestens seitdem in den letzten Wochen die perfluorierte Tenside für negative Schlagzeilen sorgten, ist das allgemeine Misstrauen gegenüber Substanzen mit „chemischen Namen“ wieder gestiegen. Mal wieder.  Hydroxypropylmethylcellulose klang schon immer irgendwie unheimlich, genau wie viele andere chemische Bezeichnungen,  weshalb die EU in den 70 gern des letzten Jahrtausends die „E-Klasse“ für Zusatzstoffe eingeführt hat. Damals, 1974, klang E464 einfach schick und viel besser als die fast 40 Buchstaben lange chemische Bezeichnung der Kapselhülle mit viel X und Y.  Und E300 klang damals  auch viel harmloser als „Ascorbinsäure“, welche beispielsweise der Cola als Konservierungsmittel zugesetzt wurde. Der Stern der E-Klasse begann zu sinken, als sich einige der zugelassenen Mittel (meist Farbstoffe) als gesundheitsschädlich herausstellten. Eine E-Nummer wurde mit den Jahren zu einer Art Makel des Produktes, verschärft durch die Debatten um E605 (Parathion). Paradoxerweise ist das der Handelsname eines sehr wirksamen Insektizides und Akarizides. E605 trug diese Bezeichnung schon lange, bevor es die EU-Liste für Lebensmittelzusatzstoffe gab, und hat mit der Liste der zugelassenen Zusatzstoffe überhaupt nichts zu tun.
Coka-Cola war fein raus – der erlaubte Trivialname für E300 ist Vitamin C. Der Beipack-Text lautet also nicht mehr: „Enthält Konservierungsmittel E300“, sondern „Angereichert mit wertvollem Vitamin C“. Von wegen Nomen est omen – An der Rezeptur hat sich dadurch rein gar nichts geändert. Und rechtlich ist es einwandfrei.

Kurkuma Pulver und Kapseln aus Hydroxypropylmethylcellulose

Was ist also mit E464, bzw. Hydroxypropylmethylcellulose?  Der Fall liegt ganz ähnlich wie E300 bzw. Vitamin C. Nur dass es (noch) keinen wohlklingenden Trivialnamen gibt. Bei Hydroxypropylmethylcellulose handelt sich um nichts anderes als um pflanzliche Fasern, ganz ähnlich denen, die als „Papier“ bezeichnet und benutzt werden. Papier besteht aus Cellulose, aber wenn Cellulose in einem Lebensmittel enthalten ist, steht da natürlich nicht: „Enthält Papier“, sondern „mit pflanzlichen Ballaststoffen“.  Und dabei ist es egal, ob die Ballaststoffe von Natur aus in dem Produkt enthalten sind (Weizenkleie etwa), oder tatsächlich als Papierschnipsel nachträglich zugegeben werden (das „Fruchtfleisch“ in Fruchtsäften beispielsweise, welches sich so herrlich leicht wieder aufschütteln lässt).
Aus biologischer Hinsicht ist Cellulose ein feines Produkt, aber aus technischer Hinsicht (als Kapselhülle) hat Cellulose zwei große Nachteile, und das ist einmal die Bearbeitbarkeit, und andererseits die Eigenschaft, sich rechtzeitig aufzulösen. Es bedarf nur zwei kleinen chemischen Veränderungen am Makromolekül (am Glukoserest der Momomere und bei der Quervernetzung der Cellulose-Fasern, um es chemisch korrekt auszudrücken), und die gewünschten technischen Eigenschaften werden erzielt. Chemisch bleibt es dennoch Cellulose, Papier, ein Ballaststoff, der vom menschlichen Körper nicht metabolisiert wird. Aber jetzt ist es formbar, und hat noch eine besondere Eigenschaft gewonnen:  Bei Kontakt mit Wasser (Speichel im Mund oder Magensäfte) weicht er auf und wird schneller porös als reine Cellulose. Das macht „E464“ als Material für Nahrungsergänzungskapseln so wertvoll, den natürliche Cellulose kann das nicht so schnell. Die eingekapselten Nahrungsergänzungsstoffe in reinen Cellulosekapseln würden unserem Körper nicht in ausreicheder Menge zur Verfügung stehen, sondern, immer noch verkapselt, wieder ausgeschieden.
So können beispielsweise Menschen, die Schärfe nicht mögen oder vertragen, trotzdem Cayenne-Pfeffer einnehmen: In der Hydroxypropylmethylcellulose-Kapsel, die sich erst im Magen auflöst, wo die Schärfe nicht mehr an die Geschmackssensoren im Mundraum gelangt. So kann das enthaltene Capsacain im Magen und Darm seine Wirkungen entfalten, ohne einem bei der Einnahme „den Kessel durchzubrennen“.

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