Wann der „postman“ dreimal klingelt?

Rchtig, der postman, zu Deutsch: Briefträger. Wir versenden, was eben geht, als Warensendung der deutschen Post. Der Briefträger bringt Ihre Bestellung, und nicht der Paketdienst oder der Paketfahrer. Die Warensendungen, die Ihnen der Briefträger bringt,  sind nicht immer schnell, aber günstig und zuverlässig. Sie zahlen bei uns deshalb nur 1,00 € für Versand und Verpackung. Und nehmen damit auch in Kauf, dass die Lieferzeit per Briefträger typischerweise 2 – 4 Tage beträgt.

Nicht immer schnell, aber günstig und zuverlässig. Was bedeutet das in Zahlen?
Im letzten Jahr lag der Prozentsatz von Bestellungen, bei denen es berechtigte Nachfragen und Reklamationen zu den Warensendungen der deutschen Post gab, bei 0,8 % aller Lieferungen.
Zuerst mal: Was bedeutet bei uns „berechtigte Nachfrage oder Reklamation“? Eine Warensendung kann schon mal eine Woche (also 5 Werktage = 7 Lebenstage) unterwegs sein. Meist geht es schneller, wenn auch selten schon am nächsten oder übernächsten Tag. Der Grund ist angeblich (sagt der freundliche Postler von nebenan, der unsere Warensendungen immer stempelt und abschickt ), dass die Post Warensendungen erst dann abarbeitet, wenn die regulären Briefe durch sind.  Und wenn das heute nicht mehr geht wegen zu vieler Briefe, dann eben morgen. Die Post-Mitarbeiter haben noch eine geregelte Arbeitszeit, das respektiere ich ohne jeglichen Zynismus. Warum soll das bei denen anders sein als bei z. b. beim Edeka um die Ecke, beim Finanzamt, im Kinderhort  oder bei meinem Frisör oder meiner Autowerkstatt?
Unsere bislang einzige Negativbewertung beim Amazon-Shop, von einem Herrn Sturm (!) war auch wegen „zu langsame lieferung „. Dabei war das eine ganz typische Bestellung und Sendung: Bestelldatum: 19. 4. nach 18 Uhr; versendet daher am 20. 4. (Freitag), ausgeliefert Dienstag, 24. 4. Herr Sturm hat bei der Bestellung zwar akzeptiert, dass es bis zum Freitag, dem 27.  dauern kann, bis die Ware als Warensendung bei ihm eintrifft, trotzdem bestand er auf einer negativen Bewertung.  Zu der „heute bestellt – kostenlose Lieferung – morgen da“- Mentalität sage ich in einem der nächsten Beiträge noch was. Hier schon mal ein Link zum Thema, als kleine Einstimmung, auf wessen Kosten das geht.

Also 0,8 % berechtigte Reklamationen bei den Warensendungen – ist das viel? Zum Vergleich:  Berechtigte Reklamationen bei anderen Paket-Versendern. DHL-Päckchen bringen es auf stolze 4%, meist wegen Bruch, und als wir noch viel mit DPD oder GLS versendeten, lag der Anteil über 10 %, typischerweise wegen Bruch und wegen Paket weg. Letzteres nicht, weil die Zusteller das Paket klauen, sondern weil die es wegen ihrer  Quote irgendwo abgeben müssen, und oft nicht ganz exakt mit den Angaben sind, wo genau sie es denn abgegeben haben. Bis auf Eines konnten alle Pakete letztendlich von den Empfängern durch intensive Befragungen aller möglichen Nachbarn aufgespürt werden. Dieser Paketversand kann schnell, und trotzdem zeitaufwändig sein.

Und was den Bruch angeht: Den hatten wir mit unseren Warensendungen nur ein einziges Mal, und da muss der Briefträger am Haus des Kunden versucht haben, die Sendung irgendwie und mit Gewalt in den Hausbriefkasten zu stopfen. Erfolglos, denn das Paket wurde in beklagenswertem Zustand vor dem Haus aufgefunden, das Massageöl befand sich teilweise noch an der Hauswand. Gottseidank ein Einzelfall.

Was nicht in den Briefkasten passt, wird passend gemacht. Gottseidank ein Einzelfall.

Was nicht in den Briefkasten passt, wird passend gemacht. Gottseidank ein Einzelfall (Kundenbild).

Das objektive Kriterium, ob etwas „gut“ verpackt ist, ist immer der Falltest. Den fordern alle Post- und Paketdienste, um sicherzustellen, dass unser gutes Massageöl beispielsweise nicht schon beim Sortieren der Pakete im Depot ausläuft: Eine versandfertig verpackte Sendung nehmen, und aus 1 Meter Höhe erst einmal flach, dann einmal hochkant und schließlich einmal auf die Ecke fallen lassen. Es muss sich in jeder Runde um dasselbe Paket (bzw. dieselbe Warensendung) handeln, und es muss jedes Mal auf einen Betonboden fallen, und nicht etwa auf eine Polsterunterlage oder Matratze beispielsweise. Unsere Verpackungen stehen das allesamt problemlos durch.

Es bleibt eine letzte Frage: In welchen Gegenden treten diese Probleme besonders  oft auf? Oder anders gefragt – da die Warensendungen ja immer hinten an stehen müssen, welche Post-Depots sind so stark ausgelastet, dass Warensendungen regelmäßig länger als normal brauchen? Antwort: Es gibt drei Gegenden, aus denen regelmäßig (berechtigte) Nachfragen kommen.
Platz 3: abgelegene Regionen in Bayern, Sachsen und Baden-Württemberg (Schwaben). Vielleicht kommt die Post da sowieso nur ein- oder zweimal pro Woche. Kein Scherz, sondern Betriebswirtschaft.
Platz 2: die enge Nachbarschaft hier im Umkreis von Osnabrück. Eine Warensendung von Osnabrück nach Mettingen brauchte beispielsweise 7 Werktage (Durchschnitt: 5 Werktage im 50-km-Umkreis). Die Entfernung nach Mettingen beträgt aber nur 26 km, das entspricht einer durchschnittlichen Liefergeschwindigkeit von ca. 20 cm pro Stunde . Echte Schneckenpost, wobei  eine schnelle Schnecke (Rennschnecke „Zoomer“ beispielsweise) 20 cm in weniger als 3 Minuten schafft. Trotzdem schwer verständlich, das. Das zuständige Depot in Greven ist neu und ziemlich groß, und sollte entsprechend leistungsfähig sein.
Und mit Abstand auf Platz 1: Berlin und Umland. 80 % alle ernsthaften Probleme (d. h. Lieferzeiten von deutlich mehr als einer Woche) mit unseren Warensendungen traten in Berlin oder im Umkreis von Berlin auf. Es sieht so aus, als wenn die Post da ein Depot betreibt, in dem die Kapazitäten sehr, sehr eng geplant sind.

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Veröffentlicht am 5. Juni 2012 in Shop und Co. und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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