Nomen est omen Teil 2:

Was hat das nun mit dem Pferd (altgriechisch: hippos), bzw. gar mit einem leuchtenden Pferd (altgriechisch phaes = leuchtend) zu tun?
Die traditionellen deutschen Namen zeigen es klar: Man wusste anscheinend, vor der Entdeckung der Vitamine und der Bestimmung der Vitamingehalte diverser Früchte, lange Zeit nicht so recht, was mit dem Sanddorn und dessen reifen Früchten anzustellen ist. Nicht nur die überlieferten deutschen Namen (voriger Beitrag), sondern auch der botanische Name zeugen davon. Carl von Linne hatte wohl gehört oder gelesen, dass es traditionelle Nutzungen von Sanddorn geben soll, die über die Befestigung von lockeren Böden hinausgehen, und dass man mit dem Verzehr bestimmter Pflanzenteilen positive Wirkungen erzielen kann.
Aber er hat die Namensgebung trotzdem gründlich vermasselt, denn er verwechselte die Wirkung von Sanddorn mit einer anderen Pflanze. Nach L. Lavens „Erklärungen der wissenschaftlichen Pflanzennamen“ ist Hippophaeos der Name einer dornigen Pflanze, die im alten Griechenland verwendet wurde, um (und das ist sehr unklar) bei Pferden entweder  das Fell oder die Augen zum Leuchten zu bringen.
Bei Pferden oder bei Pferdekäufern? Euphorbia spinosa (die dornige Wolfsmilch) ist der wahrscheinlichste Kandidat für „die Pflanze, die leuchtende Pferde macht“. Wer sich die dornige Wolfsmilch mal ansehen möchte: hier. Eine geringe Ähnlichkeit mit dem männlichen Sandorn ist da. Gering bis maximal eher sehr  gering:


Da aber alle Wolfsmilchgewächse nicht ohne Grund, sondern aufgrund diverser Alkaloide mit unklaren Wirkungen auf die menschliche Wahrnehmungsfähigkeiten „Wolfsmilch (Milch, die in den Kopf beisst wie ein Wolf) “ bzw. botanisch „Euphorbia (sieht Dinge, die nicht da sind)“ heissen, kann das Leuchten der Pferde auch gut im Auge der euphorbischen, wolfsmilchtrinkenden  Pferdezüchter – und – käufer gelegen haben. Assoziationen mit der „Löwenmilch“ (Raki), die in einigen Ländern Touristen den Teppichkauf erleichtern soll, drängen sich auf.
Carolus Linnaeus der Große  ist bei der Namensgebung des Sanddorns schlicht und einfach auf die Überlieferungen von Pferdeverkäufern reingefallen, die Kunden unter Drogen setzen, um ein vielleicht nicht mehr ganz so frisches Pferd gewinnbringend zu verkaufen.

Trotzdem klingt „hippophae“ romantischer und wertvoller als  „arenaspiner (Sand-Dorn auf Latein)“. Ein sehr ähnlicher Name wird in einem großen Online-Spiel verwendet, und zwar nicht für die Guten.

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Veröffentlicht am 27. Dezember 2011 in Sanddorn und mit , , , , , , , , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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